Villa Rosenthal
Eine Einrichtung von JenaKultur.
Mälzerstraße 11
07745 Jena
Tel. +49 3641 49-8270
villa.rosenthal@jena.de
Werkleitung
Friedrun Vollmer
Carsten Müller
Jana Gründig
Öffnungszeiten Ausstellungsbereich nach der Sommerpause:
Di/Do 12 – 15 Uhr
Mi 13 – 17 Uhr
und nach Vereinbarung
(Mo, Fr, Sa und Feiertage geschlossen)
An Veranstaltungstagen können die Öffnungszeiten variieren.
Jena Erinnert! 15 Jahre (danach) – Jena und der NSU Komplex
Im Sinne von Clara und Eduard Rosenthal vergibt JenaKultur seit der Wiedereröffnung der Villa Rosenthal Jena im Jahr 2009 Stipendien in verschiedenen Bereichen. Im Zuge einer Evaluierung und Weiterentwicklung des Stipendienprogramms wurde in den Jahren 2024/25 erstmals das Stipendium für Politische Bildung konzipiert, öffentlich ausgeschrieben und im Juni 2025 vergeben.
Ausgehend von Impulsen aus dem Arbeitskreis „Runder Tisch für Demokratie” und der Ernst-Abbe-Hochschule Jena hat die Stipendiatin Leonie Dellen im einjährigen Stipendienzeitraum verschiedene Perspektiven auf die Jugendsozialarbeit in Jena herausgearbeitet, die erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden. Der untersuchte Zeitraum, Ende der 1980er bis Ende der 1990er Jahre, fällt genau in die Entstehungsphase und das Radikalisierungsumfeld des späteren NSU-Trios. Somit werden dabei die Besonderheiten der gesellschaftspolitischen Umbrüche bzw. der Transformationszeit als auch die Radikalisierung des späteren NSU berücksichtigt.
Die Präsentation von Leonie Dellen ist Teil der Ausstellungs- und Veranstaltungsreihe "Jena Erinnert! 15 Jahre (danach) – Jena und der NSU Komplex". Die Stipendiatin wird am Freitag, dem 13. November 2026, 19 Uhr, im StadtLab am Markt 1, ihre Ergebnisse päsentieren. Der Eintritt ist frei.
Im November 2011 wurde der NSU nicht durch die Sicherheitsbehörden gestoppt, sondern er enttarnte sich selbst. Er verübte die größte rechtsterroristische Mordserie in der Geschichte der Bundesrepublik und Jena ist ein zentraler Ort in der Geschichte des sogenannten »Nationalsozialistischen Untergrunds« (NSU), denn hier begann in den frühen 1990er Jahren die Radikalisierung der Menschen, die später zu den Haupttätern wurden. Das Trio Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe ermordete in Deutschland zehn Menschen: Enver Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç, Mehmet Turgut, İsmail Yaşar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubaşık, Halit Yozgat und Michèle Kiesewetter.
Insbesondere die bis dahin unbekannte Dimension rechten Terrors, staatlichen Behördenversagens und tiefsitzender Rassismus stellte eine Zäsur dar und erschütterte die Bevölkerung. Bis heute ist der NSU-Komplex nicht vollständig aufgearbeitet. Zwei Ausstellungen und verschiedene Veranstaltungen beschäftigen sich mit Entwicklungen und Ereignissen, die bis heute nachwirken. Fünfzehn Jahre nach der Selbstenttarnung dürfen wir nicht nachlassen, uns dieser Geschichte zu stellen. Mit der Ausstellungs- und Veranstaltungsreihe "Jena erinnert! 15 Jahre (danach) – Jena und der NSU Komplex" wird ein klares Zeichen gesetzt.
Hier geht es zum Gesamtprogramm der Ausstellungs- und Veranstaltungsreihe "Jena erinnert!"
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Öffnungszeiten Ausstellungsbereich nach der Sommerpause:
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An Veranstaltungstagen können die Öffnungszeiten variieren.